EDIC Berlin - in eigener Sache



Die Europäische Union ist ein außerordentlich erfolgreiches Friedensprojekt. Nach den tiefen Einschnitten im Zusammenleben der Europäerinnen und Europäer, die die beiden Weltkriege hinterlassen haben, war es auch die Integrationspolitik der EU, die zur Entwicklung einer gemeinsamen europäischen Perspektive beigetragen hat. Am eindrücklichsten sichtbar ist dies geworden durch den Wegfall der Grenzen und die Freizügigkeit innerhalb der Mitgliedsstaaten. Ebenso wichtig sind die Politik des sozialen Ausgleichs und der Infrastrukturentwicklung insbesondere in benachteiligten und grenznahen Regionen. Die sich allmählich herausbildende gemeinsame europäische Politik zum Beispiel im Bereich der Jugendbeteiligung und Jugendpolitik lässt künftige Perspektiven erkennen. Aus diesen Gründen wird die Europäische Union von der Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger weiterhin positiv gesehen.

Allerdings hat ihre Glaubwürdigkeit im letzten Jahrzehnt zwei tiefe Einschnitte erfahren, die auch ihre Entwicklungsdefizite offengelegt haben: Die komplexe, schwer vermittelbare Entscheidungsfindung rund um den Bankenrettungsfond im Zuge der Krise des Finanzsystems 2008 und die Unfähigkeit insbesondere seit 2015 Regelungen zur Verteilung von Flüchtlingen und Asylsuchenden in der EU entwickeln zu können. Dabei waren insgesamt weniger die fachlichen Notwendigkeiten in der Kritik als vielmehr die Art und Weise des politischen Agierens. Die Glaubwürdigkeitskrise der EU ist so offensichtlich, dass sich ein „Weiter so“ in der Kommunikation und im Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern verbietet.

Vor diesem Hintergrund hat sich die Berliner Landeszentrale für politische Bildung für das „Europe direct Informationscenter (EDIC) in Berlin beworben und ist seit dem 01.01.2018 der Berliner Standort des Netzwerkes mit insgesamt 435 Partnern EU-weit. Es ist unser Anspruch, mit den Bürgerinnen und Bürgern einen kritischen Dialog zu stärken, der die Chancen und Risiken, Erfolge und Defizite gleichermaßen offen thematisiert.

Europa in Berlin erfahrbar zu machen, braucht eine freie, plurale und vielfältige Information und Diskussion, die zur Mitwirkung und aktiven Aneignung einlädt. Das EDIC Berlin soll als Partner von Zivilgesellschaft und Politik die Diskussion über Konzepte und Strategien in Europa erfahrbar machen. Ziel ist es, über demokratische Selbstwirksamkeitserfahrung Mut zur Mitwirkung im demokratischen Gemeinwesen in Berlin und in Europa zu machen.

Die Frage der Weiterentwicklung und Vertiefung der Prozesse eines demokratischen Europas bewegt zahlreiche politische und zivilgesellschaftliche Akteure in Berlin. Zugleich treten EU-skeptische Akteure auf, denen argumentativ begegnet werden muss. Hierzu Informationen zur Verfügung zu stellen und die eigene Urteilsbildung zu unterstützen, ist eine wichtige Aufgabe zur Stärkung des Europäischen Gedankens.

Der Fall der Berliner Mauer ist das Symbol für die Vereinigung Europas. Berlin ist in besonderer Weise eine europäische Metropole, viele Menschen aus anderen EU-Ländern haben dauerhaft ihren Lebensmittelpunkt in Berlin. Diese mit Kommunikationsaktivitäten zu erreichen, ist ein zentrales Ziel des EDIC Berlin.

#EuropavorOrt #alspolitischInteressierte

Öffnungszeiten:

Das EDIC-Besucherzentrum ist unter Einhaltung der geltenden Abstands-

und Hygieneregelungen geöffnet.

Mo., Mi., Do., Fr.: 10.00 - 18.00 Uhr

Hardenbergstraße 22-24

10623 Berlin

Das EDIC Berlin wird gefördert von der Europäischen Kommission

und der Senatsverwaltung für Kultur und Europa.